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Was haben Human Design und Angst miteinander zu tun? Im Human Design gibt es die Motivation Angst, sie findet sich in den sogenannten Variablen wieder, im Chart für gewöhnlich links und rechts am Kopf angezeigt. Wir haben uns eine kleine Geschichte ausgedacht, die euch vielleicht eine neue Perspektive beschert, wenn ihr mit der Angst als Motivation lebt.

Eine kleine Geschichte der Angst

In meinem Human Design Chart habe ich gelesen, dass meine Motivation Angst ist. Das kann ich bestätigen. Es ist geradezu Existenzangst. Ich trainiere täglich, trinke nur Wasser und Tee, ernähre mich ausschließlich von Obst, Gemüse, Samen und Nüssen aus dem Bioladen. Weil ich Angst vor Tod und Krankheite habe. Gebe ich zu. Aber eine gesunde Lebensweise ist ja nicht verwerflich.

Gerade war ich wieder auf dem Weg zum Bioladen, da habe ich auf der anderen Straßenseite eine wundervolle, flauschige Decke zum Einkuscheln entdeckt. Keine gewöhnliche Decke – eine zum Hineinkrabbeln, mit Kapuze, und an dieser sind Katzenöhrchen angenäht.

Fast wäre ich über die Straße gelaufen. Aber zum Glück hat mich meine Angst daran gehindert. Straßenverkehr ist gefährlich, das lernt man schon in der Schule. Ein paar Augenblicke verharrte ich, die Kuscheldecke fixierend und davon träumend, wie ich damit auf der Couch läge. Was ich natürlich äußerst selten mache, aus Angst, faul zu werden. Oder auch nur für faul gehalten zu werden, wenn mich jemand so sieht.

Ich lese dann meistens ein Buch – und keinen Roman, sondern Fachliteratur – bilde mich also fort. Dennoch, ich will mich ja nicht erst erklären müssen, also meide ich das Sofa meistens. Aber manchmal…

Gut, die Decke ist bestimmt synthetisch, ich umgebe mich eigentlich nur mit natürlichen Materialien, ungefärbt. Ich hab Angst vor Krebs. Und von ungesunden Ionen habe ich auch schon mal gehört; dann hat man die falsche elektrische Ladung im Körper, das will ich nicht.

Schön war sie schon die Decke.

Ich ging dann weiter zum Bioladen. Dafür musste ich keine Straße überqueren, nur zweimal um die Ecke gehen. Natürlich gehe ich zu Fuß, mit dem Auto kann so vieles passieren.

Im Bioladen wusste ich es dann genau: diese Decke war nichts für mich. Es sollte einfach nicht sein. Es lohnte sich nicht, das Leben dafür zu riskieren und überfahren zu werden. Und die Schadstoffe waren ja auch Argumente genug. Ein bißchen Frieren hat noch niemandem geschadet. Oder?

In meinem Human Design Chart steht, meine Motivation ist Angst.

Angst ist gut

Angst sorgt für Lösungen wie Kindersicherungen. Die machten mir auch in meinem Alter noch Probleme, dachte ich lachend. Die Verkäuferin ging gerade an mir vorbei und schaute mich komisch an. Schnell unterließ ich das Lachen wieder. Ich wollte ja nicht für verrückt gehalten werden.

Angst motiviert zu Höchstleistungen, genau die Situationen zu umgehen, vor denen man Angst hatte und nach Möglichkeit noch die Welt mit seinen Lösungen zu berreichern. Andere Menschen haben auch Angst.

Angst hält Dich am Leben, Du gehst keine unnötigen Risiken ein.

Angst macht Dich vorsichtig, aufmerksam, spornt die Intelligenz an.

Ich argumentierte noch so vor mich hin, bis sich zaghaft eine andere Stimme zu Wort meldete.

Wie könnte die Intelligenz vielleicht dabei helfen, die Decke doch zu bekommen? Wo war denn meine so intelligente Lösung? Wo war der Sinn der Angst? Im Verzicht auf jegliche Freude? Im ständigen Arbeitstrott, aus Angst, Haus und Hof zu verlieren, sobald ich aufhöre, Überstunden zu schieben?

Was sagt denn das Human Design dazu? Ich dachte weiter nach.

Angst ist ein Ratgeber

All meine Argumente kamen mir sehr logisch vor. Aber wo kamen denn logische Argumente her? Aus dem Verstand!

Und wer ist niemals eine Autorität, eine innere Entscheidungs-Instanz im Human Design? Der Verstand!

Meine Autorität war das Sakral. Und was hatte das Sakral zu der Decke gesagt? Ja! Sofort, als ich sie erblickt hatte.

Dann versuchte ich, nur mal so als Experiment, ob ich auch andersherum eine Argumentation ersinnen könnte.

Angst hat ihren Sinn und Zweck. Aber Angst sollte Dein Leben nicht bestimmen. Richtig? Klang gut. Ich merkte, wie ein zustimmendes Knurren meine Kehle emporstieg, während ich mein Brot bezahlte. Wieder blickte die Verkäuferin mich komisch an. Ich lächelte nur entschuldigend und verließ schnell den Laden.

Unterweg überlegte ich weiter. Angst war also dazu da, auf mich aufzupassen. Das machte ich ja. Angst war dazu da, eine Lösung zu finden. Das gab mir jetzt so sehr zu denken, dass ich anhielt. Erschrocken schaute ich auf. Die Angst hatte mich wohl im richtigen Augenblick dazu gebracht, vor der roten Ampel stehen zu bleiben. Vor der Ampel… die auf die andere Straßenseite führte.

Natürlich! Fast hätte ich ungewollt das Muster „Augen zu und durch“ gelebt, das hätte schlimm enden können. Danke, Angst. Aber die Ampel war natürlich auch die Lösung. Wieder: Danke, Angst.

Doch würde sich jeder Autofahrer an die Verkehrsregeln halten?

Nun ist aber gut“, sagte die Stimme in mir. „Die Angst ist ein Ratgeber, den Du nicht ignorieren solltest, aber lasse nicht Dein Leben von ihr bestimmen, bis …kein Leben mehr darin ist!“

Und dann sagte sie den entscheidenden Satz:

„Human Design ist niemals eine gültige Ausrede dafür, etwas nicht zu tun. Denn es sagt niemals, dass Du etwas nicht kannst oder darfst.“

Angst ist kein Diktator

Wir haben die Angst, um sie zu hören, aber nicht immer und unbedingt auf sie zu hören. Sie mahnt uns, Lösungen zu finden.

Sie ist dazu da, dass wir uns ihr stellen und sie überwinden.

Dafür ist uns Mut gegeben worden, und Intelligenz.

Angst sagt uns nicht, was wir nicht tun können oder dürfen. Angst sagt uns, dass wir unseren Weg absichern mögen, wenn er uns zu unsicher erscheint.

Sobald wir nicht mehr im Sinne der Angst handeln (überlegen und überwinden), sondern im Sinne der Angst argumentieren, warum wir etwas nicht können und dürfen, tun wir das aus dem Verstand, dem Pressesprecher unseres Nicht-Selbst.

Aus welchem undefinierten Tor mag die Angst kommen? Aus Tor 36, dem Tor der Krise? Aus Tor 28, dem Tor des Risikos?

Alles, was in uns nicht definiert ist, macht dem Verstand Druck, im Sinne des Nicht-Selbst zu entscheiden.

Das große Losungswort im Human Design ist es, Strategie und Autorität zu leben.

Als Generator soll ich auf das Leben regieren. Und ich habe auf die Decke reagiert. Meine Autorität ist das Sakral. Und wie mein Sakral auf die Decke reagiert hat.

Mutig überschritt ich die Straße, als mir die Ampel suggerierte, es wäre nun sicher. Ich bekam die Decke. Und ich hab schon viel Freude daran gehabt. Und wenn mich jemand fragt, warum ich faul auf dem Sofa rumliege? Auch dafür habe ich eine Antwort gefunden: Weil ich es kann!

Motivation Angst und Du

Wir hoffen, diese kleine Geschichte inspiriert euch, wenn ihr mal zu sehr auf eure Angst hört und euch damit verwehrt, was ihr euch im Herzen wünscht!

Nein, es ist nicht immer so einfach wie in dieser Geschichte, aber jede Herausforderung bringt ihr Wachstum und euch näher an eure Ziele und Träume.

Das Leben ist für euch gemacht.

Motivation Angst überwinden

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